Background Image

Boulevard der Eitelkeiten: Kärntner Ring

Donnerstag, der 30. Juni 2016

Background Image
wix to wordpress conversion

sirkecke

 

Der Name des Kärntner Rings kommt nicht von ungefähr, sondern von der Kärntner Straße (dank der Namenverwandtschaft unschwer zu erkennen), die zu Kaisers Zeiten eine der wichtigsten Fernhandelsstraßen in Richtung Kärnten und weiter nach Triest und Venedig war. Seit eh und je zählt sie außerdem zu den vornehmsten Straßen der Stadt, wo man gerne in den vielfältigen und mitunter noblen Geschäften einkaufen geht oder in Wiens traditionellen Kaffeehäusern Mehlspeis’ & Co. genießt. Sie ist auch einer der Anfangs- beziehungsweise Endpunkte des Kärntner Rings, der bis zum Schwarzenbergplatz verläuft.

Die Sirk-Ecke als Ausgangspunk
Die Ecke – die aber tatsächlich ausgesprochen rund ist – zur Kärntner Straße war übrigens lange Zeit als Sirk-Ecke bekannt, in Anlehnung an das gleichnamige Restaurant. Das befindet sich heute aber im Hotel Bristol und war damals auch gar kein kulinarischer Treffpunkt der Wiener Schickeria, sondern ein kleines Lederwarengeschäft von August Sirk, der sogar gemäß k.u.k. Dekret offiziell seinen Standort als „Sirk-Ecke“ benennen durfte. So avancierte das Plätzchen rasch zum beliebten Treffpunkt, vor allem für Rendezvous der jungen Wienerinnen und Wiener, die von hier aus den Ringstraßenkorso, wie der Kärntner Ring bis in die 1920er Jahre auch hieß, entlang flanierten.

Dank Karl Kraus wurde die Sirkecke unsterblich, denn sein Werk „Die letzten Tage der Menschheit“ beginnt gleich hier: „Wien. Ringstraßenkorso. Sirk-Ecke“. Hierin beschreibt er die Schrecken des Ersten Weltkrieges und übt Kritik an der damaligen Gesellschaft – doch lassen wir ihn selbst zu Wort kommen: „Einer der kosmischen Punkte dieser Zeit ist zweifelsohne die Sirk-Ecke, wo es nur so wuselt von einer Gesellschaft, die den lieben langen Tag nichts anderes tut, als zu promenieren und sich zu zeigen“.

Prachtvolles Flair zu jeder Jahreszeit
Heute befinden sich am Kärntner Ring einige von Wiens schönsten Hotels wie das Grand Hotel, das Hotel Imperial und The Ring sowie prachtvolle Palais, darunter das Palais Wertheim und das Palais Königswarter. Und im vergangenen Jahr zählte der Kärntner Ring auch zu jenen Abschnitten, die erstmals weihnachtlich beleuchtet wurden – sehr zur Freude der Wienerinnen und Wiener wie auch der zahlreichen TouristInnen.