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Das Café Schwarzenberg

Montag, der 9. Oktober 2017

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Am Wiener Ring findet sich so manches Kaffeehaus, dass schon zu Beginn der Wiener Kaffeehauskultur ins Leben gerufen wurde, unter anderem das Schwarzenbergcafé. Direkt am Wiener Ring gelegen, können Besucher hier den traditionellen Charme des klassischen Wiener Kaffeehauses erleben.

Zuerst laden wir euch zu einem Ausflug in die Vergangenheit ein. Die Geschichte der Wiener Kaffeehäuser beginnt mit einem Mythos: Angeblich wurde nach der Zweiten Türkenbelagerung ein Sack Kaffeebohnen gefunden und für Kamelfutter gehalten. Der polnische Geschäftsmann Georg Franz Kolschitzky soll diesen Sack bekommen und kurz darauf das erste Kaffeehaus eröffnet haben. Tatsächlich wurde das erste Kaffeehaus jedoch von Johannes Theodat im Jahre 1685 gegründet.

Zu_den_blauen_Flaschen_painting_c1900Der Mythos um Kolschitzkys Kaffeehaus.

Die Blütezeit der Kaffeehäuser in Wien waren das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert. In diesem Zeitraum wurden Kaffeehäuser – ausschließlich von Männern (Frauen durften nur in Begleitung eintreten) – als Spiel- und Rauchsalon genutzt. Für besondere Gemütlichkeit sorgte der mittlerweile klassische Einrichtungsstil der Kaffeehäuser: Thonet-Sessel und marmor-plattierte Tische verleihen Wiener Kaffeehäusern wie dem Café Schwarzenberg bis heute ihr vertrautes Ambiente.

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Eine weitere Eigenart des Kaffeehauses ist und bleibt das Zeitungs-Gestell: Zum Kaffeegenuss gehörte stundenlanges Zeitunglesen einfach dazu. Um Zeitungen länger in Form zu halten, erfand man hölzerne Ständer, auf die die Zeitung gesteckt wurde. Nach wie vor gehören die Gestelle in vielen Kaffeehäusern zur Grundausstattung.

Literarisch war das Publikum in der „goldenen Zeit“ der Kaffeehäuser allemal. Nicht umsonst spricht man heutzutage von der Kaffeehausliteratur: Werke, die zur Gänze oder teilweise in Kaffeehäusern geschrieben wurden, sind unter diesem Namen bekannt. Bekannte Kaffeehausliteraten, Politiker und Künstler, die in Kaffeehäusern Inspiration suchten, waren beispielsweise Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler, Egon Schiele, Gustav Klimt, Oskar Kokoschka, Adolf Loos und Leo Trotzki.

Nachdem um 1950 das „Kaffeehaussterben“ begann, blieben von den ehemaligen 150 Kaffeehäusern, wovon sich 25 in der Wiener Innenstadt befanden, nur mehr 15 übrig. Unter diesen 15 ist auch das Café Schwarzenberg, das den Stil und den Charme des klassischen Wiener Kaffeehauses bewahrt hat.

Ein häufiger Anfängerfehler von Touristen, die zum ersten ein Wiener Kaffeehaus betreten: einfach einen „Kaffee“ bestellen. Schließlich können Gäste aus einer Vielfalt von Kaffeegetränken wählen – von der Melange über den kleinen Schwarzen bis zum Verlängerten. In der Anfangszeit der Kaffeehäuser gab es diese Varianten noch nicht. Damals bestellten Gäste ihren Kaffee anhand einer Farbpalette, aus der hervorging, wie stark oder milchig er sein sollte.

Cafe_schwarzenbergHeute könnt ihr im Café Schwarzenberg euren Kaffee ohne Palette bestellen – und mit jeder Tasse die pure Wiener Kaffeekultur genießen.