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Des Kaisers Forum: Der Burgring

Freitag, der 2. September 2016

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burgring

 

Ursprünglich lag das Areal des Burgrings außerhalb der Wiener Stadtmauer. Erst, als Kaiser Franz Joseph I. den Beschluss fasste, die Stadtmauern zu schleifen und stattdessen einen Prachtboulevard anzulegen, wurde auch der Burgring zu einem Teil der Wiener Innenstadt. Bestand er ursprünglich aus einer Allee mit fünf Baumreihen, finden sich hier mittlerweile einige der prestigeträchtigsten Bauten Wiens – etwa die Hofburg, die ihm auch seinen Namen verlieh, sowie das Kunsthistorische und das Naturhistorische Museum.

Langjährige Planung

Bis es aber soweit war, dauerte es. Ziemlich lange sogar, denn während der Opernring und der Kärntner Ring bereits beliebte Flaniermeilen der Wienerinnen und Wiener waren, sah es wenige hundert Meter noch ganz anders aus: Erst in den frühen 1870er Jahren legte man den Grundstein für die Ausgestaltung des Burgrings. Kaiser Franz Joseph I. wünschte sich eine passende Rahmung für seine Hofburg und schrieb einen Wettbewerb für die Gestaltung des Platzes zwischen Burgtor und Hofstallungen aus. Bald war man sich einig, dass hier zwei Museen entstehen sollten: Das Kunsthistorische und das Naturhistorische Museum, die damals beide noch Hofmuseum hießen. Für die Gestaltung der beiden zeichneten sich schließlich übrigens Gottfried Semper und Carl von Hasenauer verantwortlich – und damit trugen sie eine sehr große Verantwortung.

Die Vision des Kaiserforums

„Wissen Sie, die Errichtung der beiden Hofmuseen war eines der wichtigsten Vorhaben der Stadterweiterung. Der Kaiser höchstpersönlich wünschte sich ein Kaiserforum am Burgring – jedenfalls tat er dies, als er meine Idee hierzu hörte. Manchmal muss man die Leute halt erst auf den Geschmack bringen. Wie dem auch sei, das Kaiserforum sollte in Form einer Erweiterung der Hofburg und der Verbindung mit den habsburgischen Sammlungen die Krönung der Ringstraße sein. Sie begann daher bei den Hofmuseen als Hüter der Schätze von Natur und Kunst. Wahrlich repräsentativ sollte es außerdem sein, eine Hommage an imperiale Platzanlagen des antiken Roms und den Pariser Louvre“, würde wohl Gottfried Semper sein Werk beschreiben. Er war damals der bedeutendste deutschsprachige Architekt und strebte zweifelsohne Großes an – doch nach seinem Tod wurde seine Vision eines Kaiserforums nie vollendet.

Nichtsdestotrotz sind die beiden Museen heute wahre Besuchermagnete, sowohl aufgrund ihrer architektonischen Schönheit als auch wegen ihrer bedeutenden Exponate. Darum sprechen sie auch für sich selbst, ganz unabhängig von der Idee eines Kaiserforums.