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Heimat der Pallas Athene: Der Dr.-Karl-Renner-Ring

Donnerstag, der 20. Oktober 2016

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Dort, wo heute Politiker ein- und ausgehen, befindet sich einer der wichtigsten Abschnitte am Ring. Benannt 1956 nach dem ersten Bundespräsidenten der Republik Österreich, Dr. Karl Renner (der für seinen Beitrag zur Entstehung der Zweiten Republik als Ehrenbürger der Stadt Wien in die Geschichte einging), gilt der Ringabschnitt heute als Heimat für das Palais Eckstein, das Republikdenkmal, den Volksgarten und natürlich das Parlament.

Das Parlamentsgebäude: Grundstein der Republik Österreich

Bis zur Entstehung des Parlaments war es ein weiter Weg: Im Grundplan der Stadterweiterung, nach dem Abriss der Stadtmauer, war nämlich kein Parlamentsgebäude vorgesehen – Kaiser Franz Joseph regierte damals noch neoabsolutistisch und kam ohne Volksvertretung aus. Dann kam es jedoch 1848 zu einem ersten Aufflackern des Wunsches nach Parlamentarismus und nach unzähligen Diskussionen gab der Innenminister 1865 dem Architekten Theophil von Hansen den Auftrag, das Parlamentsgebäude zu errichten.

Theophil von Hansen, Grundsteinleger der Demokratie

„Als Architekt des Reichsratsgebäudes war es mir wichtig, dass sich der Bau vom Rest der Ringstraße maßgeblich distanziert. Ein hoher Sockel und eine weit geschwungene Rampe erschienen mir genau richtig, um die monumentale Würde des Gebäudes hervorzuheben. Im Inneren des Gebäudes war es mir ein großes Anliegen, eine Säulenhalle aus Marmor zu errichten, um ein Bindeglied zwischen Herren- und Abgeordnetenhaus zu errichten und das Entree in einem prunkvollen Glanz strahlen zu lassen“ – so oder so ähnlich könnten die Worte Hansens gewesen sein, als er mit der Planung des heutigen Parlaments begann. Mit vollem Erfolg! Das Gebäude ist ein wahrer Blickfang in der Prachtstraße und auch bei der Wahl des Baustils hat der Architekt mitgedacht. Das Parlament ist im Stil eines attischen Tempels erbaut, was auf die griechischen Anfänge der Demokratie verweist. Und so kam es, dass der Grundstein dieser auch in Österreich gelegt wurde.

Stets beliebt bei Jung und Alt

Der Dr.-Karl-Renner-Ring hat aber noch ein Ass im Ärmel: Den Volksgarten. Hier kommen Jung und Alt voll auf ihre Kosten: Ob ein romantischer Spaziergang durch den Park, ein kultureller Abstecher beim Theseustempel, kulinarische Ergüsse oder eine ausgelassene Partynacht – hier ist für jedermann, jederzeit etwas dabei.

Bild © Photographische Correspondenz, XXVII. Jahrgang, Nr. 358 (1890)