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Historische Spurensuche: Die Postsparkasse am Wiener Ring

Donnerstag, der 9. Februar 2017

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Postsparkasse Wien, Georg-Coch-Platz

Postsparkasse Wien, Georg-Coch-Platz

„Etwas Unpraktisches kann nie schön sein“ – von diesem Zitat ließ sich Architekt Otto Wagner leiten, als er 1904 mit dem Entwurf eines der wichtigsten Finanzhäuser in Wien begann: der Postsparkasse. Sie ist eines der berühmtesten Jugendstilgebäude der Hauptstadt und die aktuelle Zentrale der BAWAG PSK. Die bewegte Geschichte hinter dem Bauwerk am Georg-Coch-Platz ist jedoch nur wenigen bekannt. Wir sind für euch auf Spurensuche gegangen und haben das prächtige Gebäude am Stubenring einmal genauer unter die Lupe genommen.

Wie alles begann …

Ursprünglich befand sich das „k.k. Postsparcassenamt“ in der Wollzeile. Doch mit wachsender Bedeutung der „Sparcasse für den kleinen Mann“ – und insbesondere, da man in der Wollzeile unter schlechten baulichen wie auch hygienischen Verhältnissen litt (Mäuse sollen sogar den Bankangestellten die Jause weggefressen haben) – musste ein neues Gebäude her. Dieses war im Zuge der Verbauung der Ringstraße auch bereits geplant: Als Zentrum des Stubenviertels, wo zuvor die Franz Joseph Kaserne und das dazugehörige Franz Joseph Tor ihren Platz hatten. Diese mussten nach dem Abriss der Wiener Stadtmauer weichen.

Ab der Eröffnung durch den Architekten Otto Wagner und den Gründer Georg Coch im Jahr 1906 wurden die Räumlichkeiten des Gebäudes als Büros und zur Abwicklung der täglichen Finanzgeschäfte genutzt. Auch im neuen Bauwerk war es das Ziel, den Bürgern das Sparen nahezubringen, indem man allen den Zugang zu Bankgeschäften ermöglichte. Dies fand auch großen Zuspruch seitens der Bevölkerung.

Im 2. Weltkrieg blieb die Postsparkasse von Bombentreffern weitestgehend verschont. So kam es, dass die erste Generalsanierung erst in den Jahren 1970 bis 1985 von Nöten war. Im Zuge dieser wurde auch die Tiefgarage unter dem Gebäude errichtet – nach deren Fertigstellung man übrigens das Denkmal Georg Cochs in die Baulinie der Stubenringverbauung übersiedelte. Pünktlich vor der 100-Jahres-Feier der Postsparkasse wurde das Gebäude schließlich ab 2004 einer weiteren Sanierung unterzogen. Die Optik einer überdimensionalen Geldkiste mit einer Fassade aus Aluminium, Granit und Marmor blieb ihr aber erhalten – obwohl diese schon dem Kaiser nicht wirklich gefallen haben soll (gleichwohl gilt sie heute als Schlüsselwerk der europäischen Moderne und der Wiener Jahrhundertwende).

5-4-3-2-1 GO!

… mit diesen Worten wurde letztes Jahr, am 25. November 2016, vor den Toren der Postsparkasse, festlich die Weihnachtszeit am Wiener Ring eingeläutet: Und zwar mit der Eröffnung der Weihnachtsbeleuchtung. Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien, , sowie Stadträtin Renate Brauner brachten die Stadt gemeinsam mit dem roten Einschaltknopf zum Funkeln. Ganze 74 Light Gates und zahlreiche beleuchtete Bäume brachten ab diesem Tag die historische Architektur und die eindrucksvolle Atmosphäre der Ringstraße wieder zur Geltung und strahlten miteinander um die Wette. Und wir können es kaum erwarten, bis es heuer wieder soweit ist.