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Kulturelles Zentrum: Der Opernring

Donnerstag, der 4. August 2016

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opernring

 

Dort, wo täglich die schönsten Töne erklingen, verläuft zweifelsohne der kulturträchtigste Abschnitt der Wiener Ringstraße. Und wie könnte es auch anders sein, ist dieser nach dem ehemaligen k.k. Hofoperntheater – heute besser bekannt als Wiener Staatsoper – benannt. Sie war übrigens nicht nur Namensgeber für den Opernring, sondern auch das erste Ringstraßenbauwerk, geplant von den Architekten August Sicardsburg und Eduard van der Nüll.

Entstehung der Prachtstraße

1863 legte man mit dem Grundstein des Monumentalgebäudes auch jenen der Prachtstraße, wie wir sie heute kennen. Zahlreiche Architekten und Baumeister beschäftigten sich viele Jahre mit der Gestaltung des Wiener Rings und kamen auch im Rahmen von Tagungen zusammen – etwa 1864, als sie nach einem gemeinsamen Frühstück im damals bei der Wiener Gesellschaft äußerst beliebten Cortischen Kaffeehaus im Volksgarten ihren Rundgang über die noch fast gänzlich unbebaute Ringstraße starteten. Denn anders als heute sah es dort damals recht wüst aus, als die Bauleute mit ihren Gerätschaften anrückten und massive Aushebungen vornahmen. Sogar die erst kürzlich gepflanzten Bäume zur Begrünung des Rings mussten wieder gestürzt werden.

Von den einen geliebt, von den anderen kritisiert

Als die Staatsoper dann 1869 fertiggestellt wurde, hielt sich die Begeisterung der Öffentlichkeit sowie mancher Architekten-Kollegen in Grenzen. Sie sei zu „romantisch“ und könne ihre „monumentale Wirkung“ in Ermangelung eines hohen Sockels oder Podiums nicht entfalten. Dafür erhielten Sicardsburg und van der Nüll viel Lob für die Innenausstattung der Oper, etwa für die glattpolierte Feststiege und die mit verschiedenen Marmor-Sorten verzierten Räumlichkeiten. Würden wir die Architekten selbst fragen, so argumentierten sie wohl wie folgt: „Romantisch? Papperlapapp. Wir schätzen die Früh- und Spätphasen der Architektur, sind aber zeitgleich um eine neue, zeitgemäße Baukunst bemüht. Denn auch wenn die jüngere Generation oft nicht weiß, was sie will, so eint uns doch das Streben nach einem originellen und imposanten Baustil. Eben so wie jener unserer Wiener Staatsoper. Und mal ehrlich: Wir finden, sie ist uns gelungen“.

Heute ist das „Erste Haus am Ring“ eines der bekanntesten Opernhäuser weltweit und mitunter das schönste Gebäude Wiens. Denn egal, was kritische Stimmen damals bemängelt haben: Wir lieben unsere Staatsoper und den daran vorbeiführenden Opernring.