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Urania

Montag, der 18. Dezember 2017

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Urania-Wien-1910

Im 1. Wiener Gemeindebezirk – direkt am Donaukanal – liegt die Urania. Erbaut in den Jahren 1909 und 1910, war das Urania ursprünglich als sogenannte „Volkssternwarte“ gedacht. In Kombination mit dem „Volksbildungsinstitut Urania“ entstand somit die älteste Sternwarte Österreichs.

Doch weshalb eine Sternwarte in Wien? Die Geschichte beginnt im Jahr 1883, als verdeutsche Astronom Max Wilhelm Meyer seine Assistenz an der Universität Wien antritt. Seine Aufgabe: die Berechnung vergangener und bevorstehender Sonnenfinsternisse. Neben seiner Tätigkeit in der Astronomie hielt Meyer auch volksbildende Vorträge und entwickelte im Zuge dessen die Idee einer volksbildenden Institution. 1885 zurück nach Berlin berufen, entwickelter er dort seine Ideen weiter, was schließlich 1888 in der Berliner Urania mündete, welche er zusammen mit Wilhelm Foerster, einem weiteren deutschen Astronomen, gründete. Das Ziel war es, einem Laienpublikum wissenschaftliche Erkenntnisse näher zu bringen. Damals wie heute ein nobles Vorhaben! Im Jahr 1897 entstanden schließlich – nach Berliner Vorbild – die erste Pläne für die Wiener Urania. Namensgeberin ist übrigens die Muse Urania, in der griechischen Mythologie: Schutzgöttin der Sternkunde.

Die Wiener Urania am Donaukanal – zwischen Aspernbrücke und Herrmannpark gelegen – erfüllt bis heute ihre Funktion als Sternwarte. Das im Laufe der Jahre immer wieder technologisch aufgewertete Teleskop in der Kugel der Urania ermöglicht Besucherinnen und Besuchern eine beeindruckende Sicht auf die Sterne.

Neben der Sternwarte befindet sich heute auch ein Keine im Gebäudekomplex Urania. Die ersten Filme für Bildung- und Kulturzwecke wurden bereits 1898 im Urania aufgeführt. Im weiteren Verlauf wurden besagte Filme im Urania archiviert. 1927 umfasste das Archiv Urania Filmrollen von 350.000 Metern Länge. Lange vor Entstehen des heutigen Kinos, war das Urania das einzige Lichtspielhaus Wiens, welches über mehrere Säle verfügte.

Heute wird das Urania-Kino Europa Cinemas und dem Filmfonds Wien gefördert. Das Programm bewegt sich dabei Abseits des Mainstream – Star Wars & Co. gibt es hier nicht zu sehen. Stattdessen erfreut das Kino Filmfreunde mit Independentwerken und fremdsprachigen Filmen.

Wie wäre es also: Zuerst einen andächtigen Film sehen und im Anschluß beim Blick auf die Sterne in Gedanken versinken… traumhaft!