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Zu Ehren großer Persönlichkeiten: Der Parkring und der Schubertring

Mittwoch, der 25. Mai 2016

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Wien und seine Parks. Hier, in den Gärten der Stadt, kommen wir gerne zur Ruhe: Picknicken, Sonne tanken, mit Freunden plaudern und einfach nur dem Trubel der geschäftigen Einkaufsstraßen entfliehen. Zu den prächtigsten Parks zählt zweifelsohne die zugleich größte Grünoase der Inneren Stadt, der Wiener Stadtpark, der auch der an Denkmälern und Skulpturen reichste Park Wiens ist – man denke nur an den goldenen Johann Strauß Sohn oder den stolzen Franz Schubert, die hier inmitten des Grüns verewigt sind. Nach dem Stadtpark wurde auch der Parkring benannt – wenngleich er zwischenzeitlich zu Ehren des deutschen Kaisers Wilhelms II. Kaiser-Wilhelm-Ring hieß. Doch lassen wir seine Majestät selbst zu Wort kommen …

Kaiser Wilhelm II. über die Wiener Ringstraße
„Wertes Volk, liebes Nachbarland Österreich. Ich komme gerade aus dem verregneten Großbritannien zurück – König George V. hat dort vor wenigen Tagen den Thron bestiegen und natürlich lässt man sich ein solch rauschendes Fest nicht entgehen. Speis und Trank gibt es da stets reichlich und die netten Damen … Doch genug davon, nun bin ich hier, im schönen Wien und zu Gast im prächtigen Schloss Schönbrunn auf Einladung meines lieben Freundes Franz Joseph I. Ich freue mich ganz besonders, dieser Tage auf hochkarätige Erzherzöge ebenso wie den Bürgermeister von Wien zu treffen. Mein aufrichtiger Dank gilt zudem Euch, liebe Wienerinnen und Wiener. Mir einen Teil Eurer Prachtstraße, dem Wiener Ring, zu widmen, das erfüllt mich mich mit Freude und Stolz“, so könnten wir uns jedenfalls die Worte des Monarchen vorstellen, wie er sie vom Balkon des Schloss Schönbrunn an sein Publikum richtet. Abgeholt wurde er übrigens höchstpersönlich von Franz Joseph I., als er am Bahnhof Hetzendorf in Wien ankam.

Ziemlich genau neun Jahre flanierten die Wienerinnen und Wiener dann entlang des Kaiser-Wilhelm-Rings, ehe er am 6. November 1919 wieder in Parkring rückbenannt wurde.

Architektur entlang des Parkrings
Das Bild des Parkrings prägen seine wunderschönen Bauwerke, darunter das Palais des Erzherzogs Wilhelm, Großmeister des Deutschen Ordens, das er aus seinem persönlichen Vermögen von Theophil Hansen errichten ließ. Dieser hatte redlich Mühe, angesichts der beengten Platzmöglichkeiten das Maximum an monumentaler Wirkung herauszuholen – doch wie man heute sieht, ist es ihm gelungen. Einst waren hier sogar die Pferde der Reitschule des Ritterordens untergebracht, ihre Stellungen lagen im dreischiffigen, mit Marmor verkleideten Prunksaal. Nobel hatten sie es also, die Pferde und die Ritter. Heute hat hier übrigens der OPEC Fonds für internationale Entwicklung seinen Sitz.

Zu Ehren des Komponisten: Der Schubertring
Franz Schubert haben wir ja bereits in einem Atemzug mit dem Stadtpark und dem dort errichteten Denkmal für den österreichischen Komponisten erwähnt. Dass ihm durchaus mehr Beachtung gebührt, ist selbstverständlich, hat man doch sogar einen Abschnitt der Wiener Ringstraße nach ihm benannt. Der Schubertring knüpft an den Parkring an und trägt seinen Namen erst seit 1928. Davor hieß er nämlich Kolowrat-Ring, nach dem mittlerweile abgerissenen Palais Kolowrat des Grafen Franz Anton von Kolowrat-Liebsteinsky. Dieser ist heute im Namen des hippen Bistros Liebsteinsky verewigt, das direkt am Schubertring mit Charme und Charakter sowie mit feinsten Speisen überzeugt.

Heute befinden sich am Schubertring etwa das Hotel Grand Ferdinand, das im Oktober 2015 seine Pforten geöffnet hat. Das Gebäude selbst wurde um 1954 von Percy A. Faber und Walter Sobotka errichtet und den Stil der 50er Jahre merkt man ihm durchaus noch an – nicht aber seine Geheimnissen und all die Spekulationen rund um das Geschehen hinter den heruntergelassenen Jalousien. Denn lange Zeit hatte hier das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung seine Zentrale.

Der Parkring und der Schubertring haben also so einige Anekdoten parat, die es noch zu erzählen gäbe. Sie alle würden unseren Rahmen sprengen – doch wir raten Euch, einfach selbst einen Spaziergang über den Ring zu machen und hier einen Hauch Geschichte zu schnuppern.